Früher als Aphrodisiakum, Salbungszutat und Pestpille genutzt, steckt sie heute in Tinkturen, Tabletten und Räuchermischungen: Die Rede ist von der Myrrhe, die vom interdisziplinären Studienkreis Entwicklungsgeschichte der Arzneipflanzenkunde an der Universität Würzburg zur Arzneipflanze des Jahres gekürt worden ist. Als Begründung erwähnt der Studienkreis die große Bedeutung in der Kultur- und Medizingeschichte, der Forschung in der jüngeren Vergangenheit und dem Potenzial für die medizinische Nutzung.

Als Heilmittel ist die Myrrhe mit ihren antibakteriellen, blutstillenden und krampflösenden Wirkungen bis heute von Bedeutung. Sie kommt bei Entzündungen der Mundschleimhaut zum Einsatz, kann aber auch bei entzündlichen Darmerkrankungen Gutes tun. Sie soll darüber hinaus die Narbenbildung fördern und Bronchitis lindern. In Kombination mit Kamillenblütenextrakt und Kaffeekohle kann sie die Darmbarriere schützen und stärken, wie in wissenschaftlichen Untersuchungen bereits gezeigt werden konnte.  

Bereits seit mehreren tausend Jahren wird Myrrhe beziehungsweise das gelbbraune Harz des Myrrhenbaumes von Menschen genutzt. Belegt ist beispielsweise, dass es vor rund 3.000 Jahren im alten Ägypten zur Einbalsamierung von Verstorbenen zum Einsatz kam. Myrrhe und Aloe gehörten auch im Judentum zur ordnungsgemäßen Bestattung des Leichnams. Ebenso war Myrrhe ein unerlässlicher Bestandteil bei kultischen Salbungen.

Betörender Geruch

Wegen des besonderen Geruchs wurde Myrrhe seit der Antike von Frauen und Männern wie ein Parfüm oder als duftender Zusatz auf der Bettwäsche eingesetzt. Davon versprach man sich eine lust- und empfängnissteigernde Wirkung. Dem persischen Gelehrten Avicenna zufolge, diente ein Gemisch aus Aloe, Myrrhe und Safran in Europa auch als wirkungsvolle Pille gegen die Pest, die zudem eine fiebersenkende Wirkung zeigte. Zudem wurde zu Pestzeiten viel mit Myrrhe und Weihrauch geräuchert mit dem Glauben, dass so die schlechte Luft bekämpft und die Ausbreitung der Pest gestoppt werden kann.

Als Heilmittel ist die Myrrhe mit ihren antibakteriellen, blutstillenden und krampflösenden Wirkungen bis heute von Bedeutung. Sie kommt bei Entzündungen der Mundschleimhaut zum Einsatz, kann aber auch bei entzündlichen Darmerkrankungen Gutes tun. Sie soll darüber hinaus die Narbenbildung fördern und Bronchitis lindern. In Kombination mit Kamillenblütenextrakt und Kaffeekohle kann sie die Darmbarriere schützen und stärken, wie in wissenschaftlichen Untersuchungen bereits gezeigt werden konnte.

Wie wertvoll Myrrhe in der Vergangenheit war, lässt sich auch in der Bibel nachlesen. Laut Matthäus schenkten die drei Weisen aus dem Morgenland dem Neugeborenen von Joseph und Maria neben Gold und Weihrauch auch Myrrhe. Denkbar ist, dass es damals als Heilmittel weitergegeben wurde.

Hierzulande nicht zu finden

Myrrhen, lateinisch auch als Commiphora molmol bezeichnet, gehören genauso wie der heilsame Weihrauch, zur Familie der Balsambaumgewächse. Es gibt verschiedene Arten der Myrrhe. Sie kann als Baum oder Strauch wachsen und trägt Dornen an den Ästen. Wer sich selbst eine Myrrhe ansehen will, der muss weit fahren. Die Balsambaumgewächse gedeihen vor allem in sehr trockenen Gebieten, wie beispielsweise im Oman, Sudan und in Ostafrika. Hierzulande wachsen keine Myrrhen. Nicht einmal in Botanischen Gärten hat man geschafft, den Baum zu kultivieren.

Dort wo Myrrhen heimisch sind, können sie drei bis vier Meter hoch werden. Verwendet wird bis heute das Harz der Pflanzen, das, wie andere Harze auch, über Einschnitte in der Rinde gewonnen wird. Es tritt nach jedem Anritzen als baumeigener Wundverschluss aus und ist goldgelb oder braunrot. Aus dem Harz wiederum kann man über ein Destillationsverfahren das ätherische Öl der Myrrhe gewinnen.

Die Myrrhe löst als Arzneipflanze des Jahres 2021 den Lavendel aus dem Vorjahr ab.