Kennen Sie Zistrose? Als Zistrose wird eine Pflanzengattung bezeichnet, die viele verschiedene Arten hervorbringt. Schlagzeilen machte Zistrose in den letzten Tagen nicht wegen der schönen Blüten, sondern weil es als wirksames Mittel gegen Sars-CoV-2 in Form von Lutschbonbons bezeichnet worden war. Doch was ist dran an dieser Behauptung? 

Tatsächlich hat das Fraunhofer-Institut für Zelltherapie und Immunologie Leipzig im Labor getestet, wie sich der Inhaltsstoff der Lutschtabletten Cystus Pandalis® zu Sars-CoV-2 verhält. Beauftragt wurde das Institut vom Hersteller Naturprodukte Dr. Pandalis. Bei der Analyse zeigte sich, dass das Extrakt, das auch als Cystus 052® bezeichnet wird, im Labor die Vermehrung der Covid-19-Verursacher verminderte. 

Das bestätigte auch Sebastian Ulbert, Leiter der Abteilung Immunologie und des Bereichs Impfstofftechnologien: "In unserem Hochsicherheitslabor haben wir überprüft, ob das Extrakt die Vermehrung der Viren in der Zellkultur beeinflusst. Dabei konnten wir beobachten, dass die Vermehrung deutlich vermindert wurde", wird Ulbert von der "Bild"-Zeitung zitiert. Allerdings seien die Ergebnisse der Untersuchungen kein Beleg "für eine medizinische Wirksamkeit im Menschen", betonte der Experte weiter. Bevor die Wirkung von Zistrose in klinischen Studien an Patienten durchgeführt werde, müssen vorher zahlreiche andere wissenschaftliche Untersuchungen dazu erfolgen.  

Ähnliche antivirale Wirkungen auf Sars-CoV-2 zeigten sich auch bei Labor-Untersuchungen des Saftes aus Aroniabeeren und von Enchinacea-Präparaten.

Vielfältig wirksam

Die Pflanze gilt schon lange Zeit als starke Heilerin. Der Tee daraus soll zur Behandlung zahlreicher Beschwerden wie Atemwegserkrankungen, grippalen Infekten, Schleimhautentzündungen und Durchfall geeignet sein. Auch bei Ekzemen und Neurodermitis sowie Hautpilzen sollen die Wirkstoffe von Cistus incanus helfen.