04. November 2020 - Das Immunsystem des Menschen ist ein wirksames Verteidigungssystem. Das hochkomplex organisierte Netzwerk soll die Unversehrtheit des Körpers aufrechterhalten. Es setzt sich aus mehreren Bestandteilen zusammen, die wie Musiker in einem großen Orchester miteinander agieren. Hauptaufgabe des Immunsystems ist es, den Körper vor schädigenden Einflüssen zu bewahren aber auch vor fehlerhaften körpereigenen Zellen zu schützen. Doch welche Körperteile gehören dazu und welche Funktionen übernehmen sie innerhalb des hochspezialisierten Abwehrsystems? weils hilft! stellt verschiedene Körperteile, die zum Immunsystem gehören mal genauer vor:

1. Die Haut 

Die Haut ist das größte Organ des Körpers. Rund zwei Quadratmeter sind nötig, damit die gesamte Oberfläche eines erwachsenen Menschen damit bedeckt werden kann. Die Haut hat als Körperhülle zahlreiche Aufgaben. Sie wird funktionell als vielseitigstes Organ beschrieben. Haut atmet, absorbiert, schützt, entgiftet und speichert wichtige Nährstoffe. Aufgrund der Vielfalt dieser Aufgaben, besteht sie aus drei Schichten: Der Unterhaut, die ganz innen liegt. Der Lederhaut, als dickste Hautschicht in der Mitte und der Oberhaut, die auch die Hornschicht als äußere Schicht beinhaltet.

Der äußere, dehnbare und elastische Teil ist die Außengrenze des Körpers. Sie schützt den Organismus vor Austrocknung, Kälte, Sonnenlicht und hilft außerdem bei der Wärmeregulierung. Innerhalb des Immunsystems nimmt die Haut vor allem eine Barrierefunktion ein. Die Abwehrfunktion der Haut wird chemisch durch den Säureschutzmantel, der sich auf ihr befindet, unterstützt.

Viren und Bakterien mögen es nicht sauer

Der unsichtbare Film aus körpereigenen Fetten, die von Schweiß- und Talgdrüsen gebildet werden, bildet den speziellen Säureschutzmantel. Diese auch als Hydrolipidfilm bezeichnet Schicht überzieht im Normalfall die gesamte Haut lückenlos. Der pH-Wert gesunder Haut liegt je nach Körperregion zwischen 4,7 und 5,9. Dieses leicht saure Milieu wirkt als natürlicher Abwehrmechanismus gegen das Eindringen von Mikroorganismen. Die meisten Viren und Bakterien bevorzugen nämlich neutrale oder basische Milieus.

Wird dieses Milieu durch aggressive Inhaltsstoffe in Kosmetika, falsche oder zu intensive Pflege gestört, dann bekommt man das schnell zu spüren. Die Haut wird trocken, schuppig oder ist gerötet. Spannungsgefühle, Juckreiz oder erhöhte Empfindlichkeit können hinzukommen. Langfristig können sogar Allergien und Unverträglichkeiten entstehen. Immer mehr Menschen setzen deshalb auf Naturkosmetik. Manche folgen sogar der Überzeugung, nur Dinge auf die Haut zu bringen, die sie auch schlucken würden.

Wunden werden schnell verschlossen

Jede noch so kleine oder oberflächliche Verletzung der Haut stellt eine Unterbrechung der Schutzfunktion dar. Schnitte, Wunden und sogar Einstiche können Einfallstore für Viren und Bakterien sein. Aus diesem Grund wird bei jeder Verletzung der Haut ein Wundheilungsprozess in drei Phasen in Gang gesetzt. Diese überlappen sich im zeitlichen Ablauf. Ziel des Körpers ist es, die Schutzfunktion der Haut so schnell wie möglich wiederherzustellen. Auch der meist brennende Schmerz, der mit Verletzungen der Haut entsteht, ist Teil dieses Heilungsprozesses. Er signalisiert, dass man sich um die Wunde kümmern muss. Gleichzeitig ist Schonung angesagt, um die Heilung zu unterstützen.

Die erste Phase im Wundheilungsprozess kann als Reinigungsphase beschrieben werden. Aus den durchtrennten Gefäßen tritt Blut oder Wundsekret aus. Das ist gut so, denn so können Schmutz oder Erreger aus der Wunde rausgespült werden. Gelingt es einem Krankheitserreger dennoch die Hornschicht der Haut zu überwinden, wird er von sternförmigen  Zellen, den sogenannten Langerhans-Zellen abgefangen. Die Zellen, die auch als Außenposten des Immunsystems bezeichnet werden, sind die Wächter der körpereigenen Abwehr. Sie alarmieren gleichzeitig andere Zellen des Immunsystems.(T-Lymphozythen)

Kurze Zeit darauf beginnt die Aufbauphase. In der Wunde entsteht neues Gewebe, um diese zu schließen. Von den Wundrändern ausgehend wird das Ersatzgewebe gebildet. Dieser Prozess bereitet auf die dritte Phase der Wundheilung vor: Die Wundverschlussphase. Hierbei wird das Ersatzgewebe nach und nach durch Narbengewebe ersetzt. Auf der geschlossenen Wunde bildet sich ein zunächst noch dünner und empfindlicher Hautabschluss. Der gesamte Heilungsprozess kann bei großflächigen oder tiefen Wunden bis zu drei Wochen dauern.

Gut für die Haut, gut fürs Immunsystem

Jede Haut hat ihre individuelle Beschaffenheit, die sich zudem im Laufe des Lebens sichtbar verändert. Falten, Dellen oder Altersflecke sind Zeugen davon. Um die Haut trotz schädlicher Umwelteinflüsse gesund zu erhalten, sind einige Dinge wichtig: Sonnenschutz zum Beispiel ist ein wichtiger Faktor. UV-Strahlung beschleunigt nicht nur die Hautalterung, sondern trägt auch zum Entstehen von Hautkrebs bei. Wer hingegen täglich 1,5 bis 2 Liter stilles Wasser trinkt, verbessert die Durchblutung und regt so den Stoffwechsel in der Haut an.

Ebenso sind eine gesunde, ausgewogene und pflanzenreiche Ernährung, ausreichend Schlaf und Bewegung sowie viel frische Luft echte Gesundheitsförderer für die Haut. Auf Nikotin, Alkohol und Besuche in Solarien sollte man hingegen nicht nur seiner Haut zuliebe ganz verzichten.