Newsletter August/September 2020 – Nicht allein das Alter ist ein Risikofaktor, sich mit dem Corona-Virus anzustecken und dann womöglich an einem schweren Verlauf zu erkranken, sondern bestehende Vorerkrankungen erhöhen die Gefahr deutlich. So infizieren sich Patient*innen mit Bluthochdruck, einer koronaren Herzkrankheit oder aber auch Diabetes nicht nur leichter, sondern haben oftmals gravierende Symptome.

Auch die Gefahr einer Herzinsuffizienz ist bei Patient*innen mit einem bestehenden akuten Koronarsyndrom möglich, besteht eine Insuffizienz bereits, steigt auch das Sterblichkeitsrisiko durch Covid-19. So bleibt es nach wie vor wichtig, ältere Mitmenschen, und gerade Vorerkrankte, besonders vor dem Virus zu schützen, durch Abstandhalten und das Einhalten der gängigen Hygieneregeln.

So stärken Sie Ihr Herz!

Aber was kann man als Betroffener selbst tun, um sich gar nicht erst anzustecken, oder aber das Herz so zu stärken, dass eine Infektion keinen schweren Verlauf nimmt? Hier spielen vor allem die Faktoren Ernährung und Bewegung eine große Rolle, denn Übergewicht ist einer der Hauptfaktoren für hohen Blutdruck und Diabetes. Mit einer pflanzenbasierten Vollwertkost und wenig bis gar keinem Alkohol kann sowohl Gewicht reduziert und gehalten werden, als auch ein Zuviel an Cholesterin vermieden werden. Dazu ausreichend Bewegung, die die Leistungsfähigkeit der Lungen vergrößert und die Blutversorgung des Herzens verbessert. Am besten wirkt ein gezieltes Ausdauer- und Krafttraining, aber auch im Alltag lässt sich Bewegung überall einbauen: Nehmen Sie die Treppe, statt den Aufzug, Wege statt mit dem Auto zu Fuß oder mit dem Fahrrad erledigen oder kleine Gymnastikübungen einbauen, beispielsweise beim Zähneputzen oder Wäsche aufhängen.

Auch der gesunde Umgang mit Stress, beziehungsweise das Ausschalten von belastenden Stressfaktoren, trägt entscheidend zur Stärkung des Immunsystems bei. Denn was uns kurzfristig in Ausnahmesituationen hilft, als notwendige Reaktion des Körpers auf Umweltreize, macht uns längerfristig, wenn die Stressreaktion chronisch wird, krank. Dann kommt es beispielsweise zu Bluthochdruck oder zu einer Verengung der Herzkranzgefäße. Oft ist es aber mit reiner Entspannung nicht getan, entscheidend kann es sein, sich hier einmal mit tiefsitzenden Glaubenssätzen zu beschäftigen und diese aufzulösen, Glaubenssätze wie beispielsweise „Ich muss immer perfekt sein!“  oder „Ich muss immer stark sein!“. Hat man sich erstmal mit diesen Druckmachern auseinandergesetzt, steht einem stressfreieren Leben nicht mehr viel im Weg.

Wir sind Viren wie zum Bespiel auch dem Corona-Virus nicht völlig hilflos ausgesetzt, sondern können also vorbeugend viel selbst tun. Mit der richtigen Ernährung, gezielter Bewegung und einem stressarmen Alltag fördern wir unser Immunsystem und unterstützen es bei seiner wichtigen Aufgabe der Infektabwehr.

Quelle 

Pressemeldung Bundesverband niedergelassener Kardiologen e.V.