Ist es gesund

Umsteuern Richtung Gesundheit 

Mehr als eine Milliarde Euro geben die Gesetzlichen Krankenkassen täglich für Krankheitskosten aus. Lediglich rund zwei Prozent davon fließen in Vorsorge- und Rehabilitationsleistungen. Ein überraschend niedriger Wert, angesichts der Zunahme sogenannter Volkskrankheiten, wie z. B. Diabetes mellitus Typ 2, Herz-Kreislauf-Erkrankungen, starkes Übergewicht oder psychische Erkrankungen, wie Depressionen. Diese verursachen hohe volkswirtschaftliche Kosten, obwohl mittlerweile erwiesen ist, dass sie durch einen gesundheitsbewussten Lebensstil vermieden bzw. positiv beeinflusst werden können. Wie kann das sein?  

Für eine menschliche Medizin

In den vergangenen 15 Jahren hat das Gesundheitswesen vielfältige Veränderungen durchlaufen und ist heute weitgehend zu einer Gesundheitsökonomie geworden, die nach Marktgesetzen funktioniert. Das bedeutet, dass sich Krankenhäuser, aber auch Arztpraxen wie Unternehmen verhalten (müssen), die für bestimmte Leistungen bezahlt werden. In den Krankenhäusern wurde die Finanzierung 2004 auf das sogenannte Fallpauschalensystem‘ umgestellt. Waren die Behandlungskosten zuvor vor allem von der Dauer des Krankenhausaufenthalts der Patient*innen abhängig, werden seither einheitliche, vom Gesetzgeber gedeckelte Honorare für Behandlungen auf der Basis definierter Diagnosen festgelegt, sogenannte DRGs (Diagnosis Related Groups).  

Ohne Zweifel rettet die Schulmedizin tagtäglich viele Leben. Zur Wahrheit gehört aber auch: Nach Krebs und Herz-Kreislauferkrankungen sind Nebenwirkungen von Arzneimitteln mittlerweile die dritthäufigste Todesursache in Europa und den USA. Dabei wird die Hälfte dieser Medikamente nach Vorschrift angewendet [1]. Insbesondere ältere Patient*innen und chronisch Kranke nehmen nicht selten gleichzeitig und dauerhaft eine ganze Reihe von Medikamenten ein, deren Langzeiteffekte und Wechselwirkungen kaum erforscht sind.

Markt und Ethik in der Medizin 

1.900.000 Euro kostet eine Infusion mit Zolgensma, einer Gentherapie gegen spinale Muskelatrophie (SMA), die der Pharmakonzern Novartis jetzt auch auf den deutschen Markt bringen könnte.1 Die Erbkrankheit SMA löst unter anderem Muskelschwund aus und führt ohne Behandlung oft vor Erreichen des zweiten Lebensjahres zum Tod. Betroffene dürften also äußerst dankbar sein, wenn es eine Therapie gibt, die wirksamer als bisherige Optionen ist. Der Preis einer Behandlung wird vom Spitzenverband der Krankenkassen und dem Gemeinsamen Bundesausschuss (G-BA), dem höchsten Beschlussgremium der gemeinsamen Selbstverwaltung im deutschen Gesundheitswesen, mit dem Hersteller ausgehandelt, allerdings erst ein Jahr nach Markteinführung – vorher gilt der Listenpreis des Anbieters. Im Falle Zolgensma spiegeln die 1,9 Mio. Euro pro Patient, die von der Solidargemeinschaft finanziert werden müssten, nicht etwa die Herstellungs- und Entwicklungskosten des Medikaments, sondern dessen „Marktwert“ wider.  

Naturmedizin - aus Erfahrung gut

Naturmedizin hat eine lange Tradition. Seit es Menschen gibt, werden sie krank. Und schon immer versuchten Kranke, Linderung oder Heilung ihrer Beschwerden zu erfahren. Mit der Zeit fanden Anwendungen, die hierbei erfolgreich waren, Eingang in das Kulturgut der Menschheit: Durch Ausprobieren, Beobachtung und Reflexion der gewonnenen Erfahrungen bildeten sich einzelne Behandlungsmethoden oder sogar ganze Medizinsysteme heraus. Manche davon wurden im Laufe der Entwicklungsgeschichte der Menschheit wieder verworfen, weil sich herausstellte, dass sie doch nicht das bewirkten, was man sich zunächst versprochen hatte. Andere aber wurden überliefert und entwickelten sich weiter, weil jede neue Generation wieder gute Erfahrungen mit ihnen machte und sie Schritt für Schritt verbesserte. Beispiele für diese bewährten Therapieformen oder -systeme sind die europäische Naturheilkunde, die Traditionelle Chinesische Medizin (TCM) oder der indische Ayurveda. Mit ihren Behandlungsmethoden haben unzählige Menschen über Jahrtausende immer wieder Verbesserungen ihres Gesundheitszustandes erfahren, und sie tun es auch heute noch.

Viele gesundheitsbewusste jüngere Menschen, die beispielsweise Wert auf eine ausgewogene Ernährung legen, erhalten im Krankheitsfall Therapien, die ihnen auf lange Sicht mehr schaden als nützen. Dies gilt leider auch für Kinder, um deren Gesundheit sich Eltern zu Recht besonders sorgen. Nicht selten bekommen sie zwar Bio-Obst und Vollkornprodukte in die Butterbrotdose, bei Atemwegsinfekten werden ihnen aber sofort Antibiotika verschrieben. Und das, obwohl Studien zeigen, dass diese in den meisten Fällen nicht angezeigt sind [1][2]. In der Folge steigt das Risiko von schweren Krankheitsverläufen und Resistenzbildungen [3].

Dialog statt Hassdebatten

Aktuell werden in der öffentlichen Diskussion um verschiedene naturmedizinische Therapieformen deren Chancen und Risiken nicht faktenbasiert abgewogen, um eine bestmögliche Gesundheitsversorgung im Sinne einer Integrativen Medizin zu schaffen. Vielmehr lässt sich beobachten, dass sich Teile der Medien und der Politik auf einen Feldzug gegen alles begeben haben, das nicht mit Operationen oder chemischen Arzneimitteln zu tun hat. Offenbar gibt es Interessengruppen, die eine schulmedizinische Monokultur etablieren wollen, die weder hilfreich ist, noch von der Mehrheit der Bevölkerung gewünscht wird. Die beliebteste Zielscheibe für Polemik und Shitstorms bilden zurzeit die Homöopathie und der Berufsstand des Heilpraktikers. Immer wieder erscheinen Zeitungsartikel, Fernsehdokumentationen und Onlinepublikationen, die die Homöopathie als Placebo-Therapie diffamieren und alle Heilpraktiker als Gefahr für die Volksgesundheit einstufen. Flankiert wird diese Medienkampagne von einer Unzahl Postings in den sozialen Medien, die weit entfernt von einer sachlichen Debatte einen Hass auf alles, was nicht Schulmedizin ist, zum Ausdruck bringen. Unter dem Deckmantel des Patientenschutzes werden Fronten geschaffen und Hass gesät, wo im Sinne einer bestmöglichen Therapie eigentlich Kooperation und Dialog stattfinden müssten. Weil’s hilft! will diesen Dialog vorantreiben – im Sinne der Patient*innen. Denn die fordern schon lange: miteinander statt gegeneinander.

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