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Integrative Medizin in Rheinland-Pfalz: Wir haben die Politik gefragt

 

Wie wollen die Parteien in Rheinland-Pfalz die Gesundheitsversorgung weiterentwickeln – und welche Rolle kann Integrative Medizin dabei spielen?

Wir haben die im Landtag vertretenen Parteien um eine kurze Stellungnahme zu unseren drei zentralen Forderungen im Wahljahr gebeten:

  • Die Ausweitung integrativmedizinischer Behandlungsangebote in Kliniken
  • Der Aufbau universitärer Forschungseinrichtungen zur Integrativen Medizin 
  • Die Förderung der interprofessionellen und patientenzentrierten Team-Versorgung  

Damit knüpfen wir an Themen an, die in den Wahlprogrammen eine wichtige Rolle spielen – in denen Integrative Medizin selbst jedoch nicht ausdrücklich vorkommt.

Die Antworten der Parteien veröffentlichen wir hier vollständig und unverändert in der Reihenfolge des Eingangs. Sie geben einen Einblick, wie die Parteien das Thema einordnen und welche Perspektiven sie für die zukünftige Gesundheitsversorgung in Rheinland-Pfalz sehen

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Antwort von Bündnis 90/DIE GRÜNEN:

Ausweitung integrativmedizinischer Behandlungsangebote in Kliniken:

Viele Menschen wünschen sich eine Medizin, die Prävention, Therapie und persönliche Lebensumstände stärker zusammendenkt. Für uns ist wichtig, dass Patient:innen gut informiert sind und Behandlungsangebote qualitätsgesichert sowie verantwortungsvoll in die bestehende Versorgung integriert werden. Entscheidend bleibt dabei eine hohe medizinische Qualität, wissenschaftliche Evidenz und eine patientenzentrierte Versorgung.

Aufbau universitärer Forschungseinrichtungen zur Integrativen Medizin:

Neue medizinische Ansätze sollten wissenschaftlich begleitet und untersucht werden. Deshalb stärken wir die Gesundheits- und Versorgungsforschung an unseren Hochschulen und fördern interdisziplinäre Forschung. Universitäten können dazu beitragen, unterschiedliche Therapieansätze systematisch zu prüfen und ihre möglichen Einsatzfelder besser zu verstehen. So entsteht eine fundierte Grundlage für Weiterentwicklungen in der medizinischen Versorgung.

Förderung der interprofessionellen und patientenzentrierten Team-Versorgung:

Eine moderne Gesundheitsversorgung funktioniert am besten im Team. Deshalb setzen wir auf eine stärkere Zusammenarbeit von Ärzt:innen, Pflegekräften, Therapeut:innen und weiteren Gesundheitsberufen sowie auf neue Versorgungsmodelle wie Community Health Nurses. Ziel ist eine wohnortnahe, niedrigschwellige und stärker an den Bedürfnissen der Patient:innen orientierte Versorgung. Interprofessionelle Zusammenarbeit stärkt Prävention, Behandlung und Nachsorge gleichermaßen.

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Antwort der AfD:

Die AfD Rheinland-Pfalz versteht sich als freiheitliche Partei. Wir machen Politik in dem Geist, dass unsere Bürger größtmögliche Wahlfreiheit und Entfaltungsmöglichkeit haben. Das gilt auch und gerade für den Gesundheitsbereich, in dem es regelmäßig zu Eingriffen in den oder an dem Körper kommt. Als Negativbeispiel sehen wir den politisch motivierten Versuch, während der Coronapandemie Zwangsimpfungen mit unbekannter Langzeitwirkung durchzusetzen.

Integrative Medizin bezeichnet die Verbindung zwischen konventioneller Medizin und traditioneller (Natur-)Heilkunde. Die AfD Rheinland-Pfalz befürwortet, dass unsere Bürger zwischen verschiedenen Verfahren und Ansätzen wählen können.

Ein Vorteil der integrativen Medizin ist die patientenzentrierte Versorgung. Der ganzheitliche Blick auf die Gesundheit ist besser als eine isolierte Symptombetrachtung, der einige Patienten aufgrund von Zeit- und Kostendruck ausgesetzt sind. Unabhängig von Art der Therapie, konventionell oder integrativ, führt eine tiefergehende ganzheitliche Betrachtung des Patienten mit einem Fokus auf Gesundheit statt ausschließlich auf Krankheiten grundsätzlich zu einer schnelleren und umfassenderen Heilung bzw. einer höheren Lebensqualität. Hierfür sind unter anderem die Vernetzung und Kooperation unterschiedlicher medizinischer Disziplinen notwendig. Neben einem neuen Rollenverständnis unterschiedlicher Akteure muss dazu ebenfalls die entsprechende (digitale) Infrastruktur geschaffen werden.

Universitäre Forschung soll unserer Ansicht nach ausdrücklich auch integrative Medizin beinhalten. Insbesondere im Bereich der Gesundheitsprävention kann ein natürliches Verständnis bei Therapeuten und Bürgern dafür sorgen, dass es gar nicht erst zur Erkrankung kommt. In diesem Sinne zeugen Empfehlungen zu angemessener körperlicher Bewegung und Sport, zu gesunder Ernährung und zu positiven sozialen Kontakten, dass die konventionelle Medizin auf Erkenntnisse der integrativen, natürlichen Therapie zurückgreifen. Eine unvoreingenommene medizinische Forschung kann beispielsweise ermitteln, unter welchen Bedingungen Prävention in Verbindung mit konventionellen oder integrativen Maßnahmen erfolgreicher ist. Auch die zunehmende Integration der Auswirkungen von gesundheitsrelevantem Verhalten sowie soziodemographischen/sozioökonomischen Merkmalen auf Gesundheit und Wohlbefinden der Menschen innerhalb der Gesundheitswissenschaften ist hierbei zu fördern.

Zusammenfassend lässt sich sagen, dass für uns als AfD Rheinland-Pfalz die Freiheit unserer Bürger ein hohes Gut ist, das sich im Gesundheitsbereich unter anderem in der Antwort auf die Frage nach konventioneller oder traditioneller Medizin zeigt.

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Antwort der SPD:

In der Tat sind die von Ihnen genannten Aspekte – Prävention, wohnortnahe Versorgung, interprofessionelle Zusammenarbeit und patientenzentrierte Versorgung – für uns als SPD Rheinland-Pfalz von entscheidender Bedeutung. Jeder der genannten Aspekte findet daher in unserem Regierungsprogramm nicht nur Erwähnung, sondern wird mit konkreten, miteinander verbundenen Maßnahmen hinterlegt. Wir stärken die gesundheitliche Versorgung in Rheinland-Pfalz durch wohnortnahe, verlässliche und ganzheitliche Angebote, beispielsweise für Familien, Frauen und Kinder. Gesundheitliche Versorgung muss dabei auch den unterschiedlichen Lebenslagen der Menschen gerecht werden und ein Zusammenspiel verschiedener Versorgungsformen beinhalten. Auch eine frühzeitige Unterstützung durch Anlaufstellen im Quartier sowie die Stärkung der psychischen Gesundheit sind uns ganz besonders wichtig. Ferner spielt die weitere Stärkung der (medizinischen) Forschung eine entscheidende Rolle. In unserem Programm ist die Integrative Medizin nicht ausdrücklich genannt. Gerne stehen wir aber für einen offenen Austausch zur Verfügung.

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Weitere Antworten werden nach Eingang umgehend hier veröffentlicht.

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