PRESSEMITTEILUNG
Berlin, 08. Juni 2026

Aktion zum Erhalt Anthroposohischer Medizin und Homöopathie als Kassenleistung am 10.06.26, 12:00-16:00 Uhr

Hunderte leere Stühle vor dem Brandenburger Tor: Kampagne „weil’s hilft!“ macht Leistungskürzungen bei Komplementärmedizin sichtbar.

Es ist das größte Wartezimmer Deutschlands, doch es bleibt komplett leer – Schuld ist die aktuelle Gesundheitsreform. Hunderte Stühle stellt die Kampagne „weil's hilft!“ am 10.06.26 zwischen 12 und 16 Uhr mitten auf dem Pariser Platz auf, unmittelbar vor dem Brandenburger Tor. Rund um die Stuhl-Installation gibt es an Infoständen zahlreiche Gesprächsmöglichkeiten mit Ärzt:innen, Patient:innen, Therapeut:innen und Verbandsvertreter:innen.

„Jeder Stuhl steht symbolisch für 10.000 Menschen – zusammen repräsentieren sie viele Millionen Patientinnen und Patienten, die bisher Jahr für Jahr Homöopathie und Anthroposophische Medizin als Kassenleistung nutzen“, so Dr. Cilli Pogodda, weil’s hilft!-Kampagnenleiterin. Doch der Zugang zu diesen Therapien drohe sich in Zukunft auf privat Versicherte zu beschränken. Deswegen verweise die Aktion zugleich auch auf viele in Zukunft leer bleibende Stühle in Arztpraxen im ganzen Land, so Cilli Pogodda: „Viele Millionen Menschen sind von den einschneidenden Kürzungen im Rahmen der Gesundheitsreform betroffen, die ab dieser Woche im Bundestag auf der Tagesordnung stehen, und in besonderer Weise die Komplementärmedizin treffen“.

Kürzungen gefährden Grundgerüst des Gesundheitssystems

Vor den Folgen der Leistungskürzungen für gesetzlich Versicherte warnt auch Dr. Stefan Schmidt-Troschke, Sprecher von weil's hilft! und Vorstand des Bürger- und Patientenverbandes Gesundheit Aktiv e.V.: „Mit Anthroposophischer Medizin und Homöopathie drohen zwei zentrale Säulen der Komplementärmedizin wegzubrechen. Die Bundesregierung gefährdet damit das Grundgerüst eines weltweit vorbildlichen Gesundheitssystems, das auf ein Miteinander aus Schulmedizin und alternativen Ansätzen baut, und von der Mehrheit der Patientinnen auch so gewollt ist“.

Der Einspareffekt im Bereich Komplementärmedizin ist dagegen überraschend gering: es geht um jährlich 53 Cent pro Kassenpatient:in. Doch selbst dieser geringe Effekt drohe sich als Trugschluss zu erweisen, warnt Schmidt-Troschke: „Standardmedikamente und Standardtherapien sind in der Regel teurer als Homöopathika oder Anthroposophika. Wahrscheinlich wird die Solidargemeinschaft als Folge der Kürzungen sogar deutlich mehr Geld ausgeben müssen.“

Mehrkosten für die Solidargemeinschaft befürchtet

Mittel- bis langfristig könnten die Mehrkosten für die Solidargemeinschaft sogar noch steigen. Denn in vielen Fällen geht es um chronische Leiden, die mit Standardtherapien nicht angemessen behandelt werden können, so etwa bei Schmerzpatienten, Stoffwechselstörungen oder Allergien.
„Können wir chronisch Kranke nicht mehr angemessen behandeln, wird sich auch die jetzt schon hohe Zahl der Krankentage nicht senken lassen, sie droht sogar weiter zu steigen. Das bedeutet zusätzliche Kosten für Arbeitgeber und Krankenkassen“, warnt Schmidt-Troschke.

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weil's hilft!-Kampagnenbüro  
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