13.Juli 2021 - Stress ist weit verbreitet und jeder hat eine Vorstellung, was damit gemeint ist. Aber wie würde man Stress jemandem erklären, der ihn überhaupt nicht kennt? Mit einem Erklärungsansatz beginnt unsere mehrteilige Serie zu einem Zustand, der viele von uns belastet, manche krank macht, aber einige auch beflügelt.

Was ist Stress?

Den Zustand in Worte zu fassen, ist ein schweres Unterfangen. Es gibt bis heute keine Einigung auf eine allumfassende Definition von Stress. So bestehen, je nach Konzeptualisierung des Begriffs eine Vielzahl von Definitionsversuchen. In einigen Konzepten kann Stress auch auf Materialien, Pflanzen oder Tiere wirken. Insofern ist es erst einmal wichtig zu klären, dass es in diesem Text um Menschen gibt, die Stress haben beziehungsweise sich gestresst fühlen.

Schon hier zeigt sich: Stress hat bei Menschen immer etwas mit Wahrnehmung zu tun. Laut Wikipedia bedarf das Auftreten von Stress einer sinnlichen Wahrnehmung des stress-auslösenden Reizes sowie einer nervlichen Weiterleitung eines solchen Reizes an eine reizverarbeitende Region des Körpers. Begleiterscheinung auf biochemischer Ebene ist dabei meist die Ausschüttung von Stresshormonen und anderen Sekreten aus Drüsen.
Demnach gibt es also spezifische äußere Reize, auch als Stressoren bezeichnet, die bei Menschen psychische und physische Reaktionen auslösen. Diese wiederum sollen zur Bewältigung besonderer Anforderungen befähigen. Doch das ist nur die eine Seite von Stress, denn er kann, vor allem, wenn er über einen längeren Zeitraum anhält, auch zur körperlichen und geistigen Belastung werden - und schließlich krank machen.

Als Stress im gesundheitspsychologischen Sinne bezeichnet man eine körperliche und psychische Reaktion eines Menschen auf eine Situation, die als nicht bewältigbar wahrgenommen wird. Im Zusammenhang mit dem Wort Stress, das aus dem Englischen kommt und übersetzt Druck oder Anspannung bedeutet, werden immer wieder Wörter wie Anstrengung, Beanspruchung, Belastung oder auch Mühe genannt. Doch es gibt auch hier noch einen weiteren Aspekt. Umgangssprachlich spricht man auch davon, dass jemand Stress macht. Dann geht es um Ärger, Schwierigkeiten oder Streitigkeiten zwischen mehreren Personen.

Stress kann alles sein

Unter Stress versteht man also prinzipiell die Beanspruchung des Menschen durch innere oder äußere Reize. "Diese können sowohl künstlich als auch natürlich, sowohl biotisch als auch abiotisch sein, sowohl auf den Körper als auch die Psyche des Menschen einwirken und letztlich als positiv oder negativ empfunden werden oder sich auswirken. Die Bewältigung der Beanspruchung ist von den persönlichen (auch gesundheitlichen) Eigenschaften und kognitiven Fähigkeiten der individuellen Person abhängig" wird im Beitrag zu Stress bei Wikipedia weiter erklärt.

Wird der Stress als besonders negativ oder sogar als bedrohlich empfunden, dann reagieren Personen mit ganz verschiedenen Verhaltensweisen: Aggression, Flucht, Akzeptanz, Änderung der Bedingung oder Verleugnung der Situation sind nur einige Möglichkeiten. Dieser Umgang mit einer Bedrohung oder einem Lebensereignis wird in der Fachsprache als Coping bezeichnet. Die gute Nachricht ist: Ein guter Umgang mit Stress ist lern- und trainierbar. Wie, erklärt weils hilft! in einer der nächsten Stress-Folgen.

Teil 2: Die andere Seite von Stress: belebend und motivierend